Sonne, gefühlte 30°C – die Frisur hält – Glatze.
Wie es schon Tradition ist, trafen sich die Recken des RSF auf dem unbeliebten Sportplatz Leopoldau just 364 Tage nach dem letzten „Tag der Mutter“. Wer jetzt nachforscht, ob der letzte Muttertag wirklich genau 364 Tage vorher war, hat mein tiefstes Mitgefühl.
Wer sich erinnern kann – damals spielten wir anfangs zu 8t, dann stockten wir langsam auf 11 auf – bis einer mit Rot vom Platz flog, und wir zu 10 mit hängenden Köpfen vom Platz marschieren mussten.
Nun jedoch waren wir gewillt, dieses Malheur aus längst vergessener Zeit mit einem glorreichen Sieg zu überschatten – der Aufstieg war ja aus eigener Kraft noch möglich.
Von den angemeldeten 12 angry man tauchten jedoch unglücklicherweise nur 11 auf – unser „Mechicano“ hatte sich leider Gottes in der Nähe der Julius-Ficker-Straße verirrt und konnte auch bis heute nicht mehr gefunden werden.
Aufstellung wie folgt:
Tor: SwissAuer
Vert.: Kasparov, Hubiño, Ralfito und da Stefan
Mf: Klemensi, Giorgio, Aaahndi, Flop, Tobislav
Sturm: Was? Fass? Vass!
Das Spiel begann mit einem Sieg in Sachen Platzwahl – die Sterne spielten mit der Sonne in den Stiernacken! In diesem positiven Licht ging es für uns auch weiter – 5 Minuten gespielt, ein weeeeiter Abschlag von unserem Goalie, einmal kurz aufgesprungen im gegnerischen 16ener, unser langer Vorarlberger (späterer Krankenhausaufenthalt brachte es ans Licht: 1.90m(!)) setzt sich im Zweikampf mit ca. 8 Vendettas auseinander und schiebt den Ball dann routiniert am gegnerischen Torwart vorbei.... 1:0. Welch glorreicher Anfang. Wie es sich für eine gewachsene Mannschaft gehörte, lehnten sich die Sterne trotz Auswärtsspiel nicht zurück und ließen sich auch nicht von den nicht vorhandenen Fans, sowohl der Heim- als auch der Auswärtsmannschaft, irritieren. In der 10. Minute kam es dann so, wie es bei den Sternen leider hier und da passiert – das Pech schlug in der Hülle des 2:0 zu. Ein Wolf im Schafspelz, sozusagen. Freistoß an der Mittelfeldlinie, Giorgio bringt den Ball in den 16ener – wieder das gewohnte Aufspringen des Balls und das erhoffte in Nichts springen der Gegner. B. Vass schraubt sich erneut in die Höhe, Kopf voran in den Ball hinein – und leider Gottes auch in den Torwart, der sich sehr rabiat in diesen Luftkampf einschaltete. Ergebnis dieser Sekunden totaler Action: Zwei sich krümmende Spieler am Boden, ein Ball im Tor. Was für uns zuerst noch Grund zur Freude war (ja, der Ball im Tor, nicht die beiden da am Boden) erwies sich in weiterer Folge als Genickbruch. Das Pech hatte uns wieder – während der Torwart der Vendettas problemlos weiter spielen konnte, musste unser doppelter Torschütze vom Feld. Diagnose: Außenbandzerrung. Gute Besserung an dieser Stelle.
Zurück zum Spiel – zuerst schien es noch so, als ob die Sterne die nun in Überzahl agierenden Vendettas halbwegs unter Kontrolle halten könnten – die Abstinenz des 11ten sowie des ein oder anderen starken Stammspielers machte sich jedoch immer mehr bemerkbar. Vorne fanden die RSFler kaum mehr zum Abschluss, die Gefährlichkeit erwuchs meist nur durch Ecken oder Freistöße – ganz im Gegensatz zu der Heimmannschaft. Diese verschoben gekonnt die Seiten und nutzten den entstandenen Raum für ihre zahlreichen Angriffe, welche glücklicherweise sehr oft in Abseits endeten. Einer dieser Angriffe, ebenfalls Abseits, den der Schiedsrichter jedoch aus Gründen der Kulanz weiter laufen lies, führte dann zum schmerzlichen 2:1 (ca. 35min./der Spielbericht des DSG ist dieses Mal relativ unnütz).
Haaaalbzeit!
Über die zweite Halbzeit gibt es leider nichts positives mehr zu berichten – wie es sich aber für Revoluzzer gehörte, gingen die Estrellas rojas nicht ohne Kampf unter. Das 2:2 folgte kurz nach der Pause aus einem unglücklichen Abstoß und einem im Wegrutschen verzogenen Schuss gegen die Laufrichtung des Goalies mehr zufällig als koordiniert. Den Spielern war bewusst, dass man auch mit dem Unentschieden aus dem Aufstiegskampf praktisch draussen ist – daher wurde weiterhin nach vorne gespielt, was das Zeug hielt. Obwohl letzte Kräfte mobilisiert wurden und ein jeder kämpfte, klappte in der zweiten Halbzeit praktisch nichts mehr. Ein großer Teil der Fehlpässe ging sicherlich auf die Kappe der Kondition und auf die diametrale Verteilung der Selbstsicherheit seitens Vendetta und RSF. Die Tragödie nahm ihren Lauf und der RSF verlor nach einer Führung noch mit 2:3. Dieses Mal muss jedoch erwähnt werden, dass nicht die Spielleistung ausschlaggebend war, sondern das 75minütige Unterzahlspiel und die daraus resultierenden Konsequenzen wie Müdigkeit, Frust, Unsicherheit und schiere Verzweiflung ;).
Sei's wie es sei, mit diesem unglücklichen Match ging eine sehr schöne Serie zu Ende – soweit der Autor richtig informiert ist, waren die Sterne nun seit 11 Spielen ungeschlagen (davon 8 Siege). Darauf können wir stolz sein. Und auch darauf, dass wir kommende Saison diese Serie übertreffen werden muahahaha!
G.
Btw. mir ist durchaus bewusst, dass sich die Komik dieses Spielberichts in Grenzen hält...aber mehr war für mich bei der Partie einfach nicht drinnen ;)
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