Montag, 8. November 2010

Runde 9: Laube United - Roter Stern

Aufstellung: Tor: Alexander "Lizardo" Krawtschuk; Verteidigung: Bische, Hubi, Klemens, Kasper; MF: Stefan, Bence, Lukas, Gregor, Marius; Sturm: Ralph
Am 6. Oktober 2010, dem 2220. Geburtstag von Pharao Ptolemaios v. Epiphanes, trat der Rote Stern eine beschwerliche Auswärtsreise zum Heimplatz von DSG Laube United an. In der windigen Peripherie der Hauptstadt stand eine stark geschwächte Startformation auf dem Platz: Es fehlten die beiden Stamminnenverteidiger und der Stammgoalie. Zudem kursierten in der Presse Gerüchte, dass einige Starspieler am Vorabend bei ausschweifenden Feiereien gesichtet worden wären. Es gibt jedoch keinerlei fundierte Beweise dafür dass die Spieler sich derart unprofessionell verhalten hätten, weswegen hier die Unschuldsvermutung zu gelten hat.
Die ersten 30 Minuten nach Anpfiff können mit einem Wort kurz zusammengefasst werden: Chaos. Es ist nicht einmal zielführend, hier einzelne Aktionen näher zu erläutern, denn was am Feld passierte war purer Zufall, ohne Ziel und ohne Plan. Natürlich nutzten die Gegner diesen Zustand und erzielten das 1:0 Führungstor. Erst ab Minute 30. kam langsam Struktur in die rot-weisse Masse. Die Abwehr begann die Angriffe der Gegner frühzeitig zu entschärfen, und langsam konnte der RSF einen signifikanten Anteil am Ballbesitz erreichen. Einige gezielte Angriffe verunsicherten die Laube. So war es dann eine große Erleichterung, als der Ausgleich zum 1:1 fiel - durch einen ausgefuchsten und wunderschönen Abschluss von Lukas, auch wenn sich die Chance mehr oder weniger durch Zufall und rege Beteiligung der gegnerischen Abwehr ergab. Mit dem 1:1, einer gelben Karte für Kasper, einigen angeschlagenen Spielern und einer allgemeinen Enttäuschung über die schwache erste Halbzeit ging es dann in die Pause.

Als Austauschspieler stand nur Abi zur Verfügung - es gab am Feld aber 2 Verletzte (Bische und Kasper). Nach kurzer Diskussion humpelte dann Bische vom Feld und Kasper verdrängte den brennenden Schmerz im Oberschenkel. Lukas rückte zurück in die Abwehr, Gregor auf die linke Flanke und Abi nahm seinen Stammplatz als Spielmacher ein. Es schien als wäre eine gänzlich andere Mannschaft für den RSF aufgelaufen - kontrolliertes Spiel, Motivation und rollende Angriffe gegen das Laube Tor wurden den Zuschauern geboten. Die Abseitsfalle und das Positionsspiel der Abwehr funktionierten wie im Lehrbuch von Jose Mourinho, das Mittelfeld kontrollierte das Spieltempo und ließ den Gegner wie eine aufgescheuchte Antilopenherde laufen, und die Offensivabteilung lauerte wie ein barcelonesisches Raubtier und kreierte ein ums andere Mal gefährliche Situationen vor dem Tor. So fiel dann auch in Minute 63. das hochverdiente Führungstor durch eine perfekte Aktion von Ralph. Es hätten auch weitere Tore für den RSF fallen können, während die Laube gewaltig wackelte und unterzugehen drohte. Leider kam es dann doch anders als erwartet: eine kurze Unachtsamkeit in Minute 77. wurde mit viel Glück zum Ausgleich verwertet. Der Rote Stern, welcher zu der Zeit schon die letzten körperlichen Reserven beansprucht hatte, hatte dem nicht mehr viel entgegen zu stellen. Nur durch größte Anstrengung gelang es weitere Treffer der Gegner zu vermeiden, und doch konnte man immer wieder auch selbst für Chancen auf eine erneute Führung sorgen. Leider war in den letzten Minuten das Glück nicht auf Seiten der Sterne, und so wurden einige 100%ige vergeben.
Das Match endete dann auch mit einer bitteren Episode: Buchstäblich in den allerletzten Sekunden zappelte der Ball im Netz der Gegner. Eine tolle Aktion, eine schöne Auflage von Marius, perfekt verwandelt durch Ralph. Und leider eine krasse Fehlentscheidung des Schiris, der bis dahin das Spiel gut geleitet hat, jedoch dessen Urteilsvermögen in diesem entscheidenden Moment versagte als er auf ein nicht vorhandenes Abseits entschied.

Fazit: Nach der Großteils chaotischen ersten Halbzeit, welche der RSF nur mit Glück mit einem 1:1 beendete, folgte eine sehr starke 2te Halbzeit, in welcher ein Sieg mehr als verdient gewesen wäre. Nur die mangelnde Chancenauswertung und ein Schnitzer des sonst fehlerfreien Schiris führten zu einem 2:2 Unentschieden.

-Kasper-

4 Kommentare:

  1. well written, my dear kasparov.

    Btw. eine der 100 %igen (meine eine) war VOR dem 2:2 ....sonst hätte ich natürlich Kreuzeck-Bam-Oida gemacht ;)

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  2. lol, aus einem an sich faden Thema hast du eine lebhafte Geschichte mit Pharaonen, barcelonesischen Raubtieren und einer aufgescheuchten Antilopenherde gemacht, Respekt!

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  3. Ein Match des RSF ist kein "an sich fades Thema"!

    Was jetzt aber nicht die metaphorische Darstellung des RSF-Gattuso schmälern soll!

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  4. ein Match des RSF ist natürlich kein an sich fades Thema, ich würde aber behaupten, Sportjournalismus ist an sich fad, lies mal einen Live-ticker einer X-beliebigen Partie - x schießt ein tor, y passt, z verpasst knapp... tsk.. Kasper hat das Maximum rausgeholt :p

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